Zähne können bis ins hohe Alter erhalten bleiben. Leider erreicht diesen Idealzustand nicht jeder. Weitgehend zerstörte Zähne oder Zahnlosigkeit bedeuten heute aber nicht mehr ein gesellschaftliches Handicap. Die moderne Zahnmedizin ist in der Lage, mit einer Totalprothese die Ästhetik und Funktion so weit wiederherzustellen, dass sich keine bleibende Beeinträchtigung des Lebensgefühls daraus ergibt.

Manchmal ist der Weg dorthin jedoch schwierig, denn eine Totalprothese gehört zu den anspruchsvollsten zahnärztlichen/technischen Aufgaben, und nicht bei jedem sind die Voraussetzungen gleich.

 

Herausnehmbarer Zahnersatz

Der herausnehmbare Zahnersatz ist unterteilt in bedingt und unbedingt herausnehmbar. Der Unterschied ist einfach am Beispiel einer Tür zu erklären; die Schwingtür geht „unbedingt“ ohne vorherige Aktionen auf, die Haustür nur durch vorheriges Aufschließen mit einem Schlüssel, also bedingtes Öffnen. Beim Zahnersatz ist es ein winziger Riegel, ähnlich einem Türriegel oder Scharnier, der vorher mit dem Finger oder z.B. einer aufgebogenen Büroklammer zu öffnen, bzw. zu entriegeln ist, bevor der Zahnersatz herausgenommen werden kann.

Der „unbedingt“ herausnehmbare Zahnersatz ist entweder in der einfachsten und preisgünstigsten Ausführung durch eine Kunststoffprothese mit aus Draht gebogenen Klammern über eine Modellgussprothese mit gegossenen Klammern bis hin zur komfortablen Ausführung als Teleskopprothese einfach durch Zug am Zahnersatz herauszunehmen.

Grundsätzlich sollten die letzten festen und kariesfreien Zähne so lange wie möglich erhalten bleiben. Sie sind wichtig als Halt für Zahnersatz und fangen Kaudruck elastisch ab. Das gilt besonders für den Unterkiefer. Wenn mehrere bzw. die letzten Zähne gezogen werden müssen, kann der endgültige Zahnersatz erst eingesetzt werden, wenn der Kiefer völlig ausgeheilt ist. Das dauert meist einige Monate. In dieser Zeit kann man mit einem Provisorium leben. Diese Prothese wird in der Regel sofort nach dem Zahnziehen eingesetzt, während die schmerzlindernde Spritze noch nachwirkt. Da sich Wundgebiet und Kiefer noch verändern, kann es notwendig sein, den Sitz des Provisoriums mehrmals zu korrigieren. Als Prothesenmaterial ist Kunststoff am zweckmäßigsten. Die Zähne sollten aus abriebfestem Kunststoff sein. Porzellanzähne sehen zwar den echten verblüffend ähnlich, sind aber durch Bruch eher gefährdet als Kunststoffzähne und klappern außerdem beim Zusammenbeißen oft. (Bruchgefahr z.B. im Waschbecken – unbedingt vorher herausnehmen, Handtuch hineinlegen)

 

Vollkeramikkronen

Die Vollkeramikkrone kommt ganz ohne Metall aus. Gerüst und Metall bestehen ganz aus einer hochwertigen und stabilen Keramik, die nahezu die gleichen lichtleitenden Eigenschaften hat wie die natürlichen Zähne. So ist bei perfekter Gestaltung durch den Zahntechniker kein Unterschied zum natürlichen Nachbarzahn zu erkennen. Vollkeramikkronen gelten deshalb in der Ästhetischen Zahnheilkunde als state of the art. Sie eignen sich für die Frontzähne genauso wie für die Seitenzähne. Oft können sie als besonders zahnsubstanzschonende Teilkrone gestaltet werden.

Vollkeramikkronen haben die gleichen lichtleitenden Eigenschaften wie die natürlichen Zähne und lassen bei perfekter Gestaltung keine Unterschiede zu den eigenen Zähnen erkennen.